Architektur und Räume
Vision Zwingli entsteht aus dem Zusammenspiel von historischem Ort, zeitgenössischer Architektur, Landschaft und inszenierten Räumen. Gemeinsam schaffen sie eine Besuchserfahrung, in der jeder Ort seine eigene Bedeutung behält.
Das historische Geburtshaus
Das Zwingli-Geburtshaus bleibt der historische Ausgangspunkt von Vision Zwingli. Seine Geschichte, Massstäblichkeit und Materialität geben dem Gesamtprojekt Halt.
Es soll in die neue Besuchserfahrung eingebettet und als historischer Ort gestärkt werden. Nicht als isoliertes Objekt, sondern als Ausgangspunkt einer grösseren Erzählung.
Das Leuchtturmprojekt
Peter Zumthor entwickelt den zweiten architektonischen Pol von Vision Zwingli. Nach aktuellem Planungsstand entsteht ein flacher, in die Landschaft eingebetteter Holzbau mit grosszügigen Aussenräumen und Öffnung zur Toggenburger Landschaft.
Die Räume werden aus ihrer Multifunktionalität heraus entwickelt und sollen mindestens rund 300 Personen Platz bieten. Disputationen, Gespräche, Veranstaltungen, Musik und stille Formate sollen hier nebeneinander möglich werden. Die konkrete Architektur und Raumorganisation befinden sich weiterhin in Entwicklung.
Die Architektur schafft Raum, statt eine Botschaft von oben vorzugeben.
Genau darin liegt auch ihre inhaltliche Bedeutung: Der Bau erhebt sich nicht als Monument über die Landschaft, sondern fügt sich in den Ort ein und schafft Raum für unterschiedliche Stimmen.
Musik als weiterer Zugang
Musik bildet einen weiteren Zugang zur Erfahrung von Vision Zwingli. Die von Rudolf «Ruedi» Lutz entwickelte Orgel soll im Zumthor-Bau Möglichkeiten für Konzerte, Improvisationen und musikalische Begegnungen eröffnen.
Ihre weitere Ausgestaltung erfolgt gemeinsam mit der architektonischen und programmatischen Entwicklung.
Das theologische Fundament
Allen + Crippa entwickeln die ergänzende räumliche und architektonische Struktur rund um das Geburtshaus und das theologische Fundament. Sie schafft neue Möglichkeiten für Vermittlung, Bildung, Reflexion und Begegnung und nimmt zugleich die funktionalen Anforderungen des Besucherbetriebs auf.
Die reformatorischen Soli bilden die historische und theologische Tiefenstruktur dieses Projektteils. Sie werden nicht als theologischer Lehrpfad verstanden, sondern als Ausgangspunkt für Fragen, die Menschen bis heute beschäftigen.
Aussenräume, Wege und Landschaft
Die Aussenräume verbinden die einzelnen Projektteile mit Wildhaus und der Toggenburger Landschaft. Plätze, Wege, Aufenthaltsbereiche und naturnahe Elemente sollen nicht bloss der Erschliessung dienen, sondern Teil der Besuchserfahrung werden.
Sie schaffen Übergänge zwischen den beiden Brennpunkten, ermöglichen Aufenthalt und Begegnung und verankern die Architektur in ihrem landschaftlichen Kontext.
Die Wege der Bildung und Diakonie übernehmen eine eigenständige inhaltliche Aufgabe. Ihre thematischen Stationen verbinden historische Bezüge mit gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart und Zukunft und machen die Demokratie-Ellipse selbst zu einem Teil der Vermittlung.
Eine gemeinsame Dramaturgie
Aroma begleitet die inhaltliche Dramaturgie und Inszenierung des Gesamtprojekts. Dabei werden Geburtshaus, theologisches Fundament, Soli, Wege und Stationen der Bildung und Diakonie, Landschaft, Taufkirche und Leuchtturmprojekt zu einer zusammenhängenden Erzählung verbunden.
Ziel ist, dass die einzelnen Orte nicht als voneinander getrennte Stationen erlebt werden, sondern als Teile einer gemeinsamen Besuchserfahrung.